Startschuss für die Machbarkeitsstudie zum Nahwärmenetz Aue-Wingeshausen-Müsse
Am Donnerstag, den 10. September 2026, erfolgte in Bad Berleburg die Vertragsunterzeichnung für die Machbarkeitsstudie nach BEW-Modul 1 für das geplante Nahwärmenetz in Aue, Wingeshausen und Müsse. Damit ist der offizielle Startschuss für die nächste Phase des Projekts gefallen.
Die Energiegenossenschaft Aue-Wingeshausen-Müsse eG verfolgt bereits seit 2024 das Ziel, für die drei Ortsteile eine gemeinsame und zukunftsfähige Wärmeversorgung zu entwickeln. Die IngenieurNetzwerk Energie eG (iNeG) begleitet das Vorhaben seit den ersten Planungsschritten und hat bereits im Rahmen einer Voruntersuchung wesentliche Grundlagen für die weitere Projektentwicklung erarbeitet.
Voruntersuchung schafft Grundlage für die Machbarkeitsstudie
Im Rahmen der Voruntersuchung wurde zunächst der Wärmebedarf des geplanten Versorgungsgebiets ermittelt und daraus ein Wärmelastgang entwickelt. Auf dieser Basis wurde unter anderem mit der Simulationssoftware energyPRO die Wirtschaftlichkeit des Wärmenetzes ermittelt.
Die Simulation ermöglichte eine erste Bewertung der erforderlichen Wärmeerzeuger, Speicherkapazitäten und Erzeugungsanteile. Damit konnten bereits frühzeitig technische Zusammenhänge aufgezeigt und mögliche Versorgungskonzepte eingeordnet werden.
Die Ergebnisse der Voruntersuchung bilden nun eine wichtige Grundlage für die weiterführende Machbarkeitsstudie.
Rund 400 Gebäude im geplanten Wärmenetz
Vorgesehen sind derzeit rund 350 bis 400 Anschlussnehmer: innen, überwiegend Einfamilienhäuser. Darüber hinaus sollen unter anderem drei Industriebetriebe, eine Schule und eine evangelische Kirche berücksichtigt werden.
Die geplante Haupttrasse umfasst rund 18 Kilometer, ergänzt um etwa 5,5 Kilometer Hausanschlussleitungen. Der Wärmebedarf der potenziellen Anschlussnehmer liegt bei rund 12.500 MWh pro Jahr.
Nachhaltige Wärmeerzeugung im Fokus
Für die weitere Planung wird zunächst ein Nahwärmenetz mit Vorlauftemperaturen von bis zu 80 °C betrachtet. Als mögliche Erzeugungstechnologien stehen unter anderem Biomassekessel sowie Holzvergaser mit angeschlossenem BHKW im Fokus. Ein Pufferspeicher soll zur Flexibilisierung der Wärmeerzeugung beitragen.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden zusätzlich weitere Erzeugungstechnologien wie z.B. eine Wärmepumpe untersucht und hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Eignung bewertet. Ziel ist eine Wärmeversorgung, die spätestens bis zum Jahr 2045 vollständig treibhausgasneutral betrieben werden kann.
Von der Voruntersuchung zur Machbarkeit
Das Projekt Aue-Wingeshausen-Müsse zeigt, welchen Stellenwert eine fundierte Voruntersuchung für die Entwicklung eines Wärmenetzes haben kann. Sie schafft bereits in einer frühen Projektphase Transparenz über Wärmebedarf, technische Potenziale und mögliche Versorgungskonzepte.
Die Voruntersuchung ersetzt dabei nicht die anschließende Machbarkeitsstudie. Sie kann jedoch als belastbare Entscheidungs- und Planungsgrundlage dienen, offene Fragestellungen frühzeitig sichtbar machen und die nachfolgende Untersuchung gezielt vorbereiten.
Mit der nun gestarteten Machbarkeitsstudie geht das Nahwärmeprojekt in Aue, Wingeshausen und Müsse in die nächste entscheidende Planungsphase.
Die iNeG unterstützt Kommunen, Energiegenossenschaften und weitere Projektinitiatoren dabei, diese Grundlagen zu schaffen und Wärmenetzprojekte von der ersten Potenzialbetrachtung über die Voruntersuchung bis zur Machbarkeits- und Umsetzungsplanung fachlich zu begleiten.

Von links: Bianca Dickel, Christiane Böhme, Natalie Müsse, Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft: Daniel Knebel, Christof Walter, Thomas Oesterreich (Projektleitung iNeG) Vorne links: Vorstand Energiegenossenschaft Sebastian Lückel und Bastian Hoffmann (Vorstand iNeG)


